Was ist der kleinste gemeinsame Nenner ­alphabetischer Zeichen?

In der Schriftentwicklung werden die Buchstaben des Alphabets anhand von Gemeinsamkeiten in der Form in verschiedene Gruppen unterteilt. Für die Kleinbuchstaben ist das meist die Gruppe n, b, o und v, da man aus ihnen viele weitere Buchstaben ableiten kann. Bei Versalien sind es H, O und A als Basis für Gerade, Rundung und Diagonale. 

In diesem Experiment wurden die einzelnen Buchstaben jedoch auf der Basis eines immer gröber werdenden Rasters unterteilt. Beginnend mit einer 5 × 5, über eine 4 × 4 bis zu einer 3 × 3 Aufteilung. Die Kästchen, die mit der Form des Buchstabens überschneiden, ­codieren die neue Glyphe. Dabei kann es auch vorkommen, dass keines der Kästchen genug Überschneidung hat, sodass in diesem Fall das Zeichen leer bleibt. Dies ist zum Beispiel bei i, j und l im 4er-­Raster der Fall. Das Raster arbeitet dabei wie ein Binärsystem, das nur die Zustände schwarz oder weiß kennt und entsprechend einem Schwellenwert füllt oder auslässt.

Durch diese Codierung ergeben sich neue Gruppen, die nicht auf der Art der Linie, sondern auf der Verteilung des Schwarz-­Wertes innerhalb einer vorgegebenen, immer kleiner werdenden Fläche basieren. 

Dadurch bilden zum Beispiel im 4er-Raster a, e, u, n, o, v und x; aber auch c, r und z eine neue Gruppe. Wird das Raster noch kleiner, sind es a, b, e, k, m, q, x und w im Gegensatz zu f, j, l und t.

Hier wird vor allem im Mengentext sichtbar, dass auch der Kontext die Lesbarkeit von Schrift bestimmt: Während einzelne Zeichen nur schwer ihre Repräsentation zugeordnet werden können; ergibt sich im Mengentext meist durch die umgebenden Zeichen eine ahnbare Zugehörigkeiten.